Wie sind die Idee und das Konzept für das Startup entstanden?
Oliver Schwarzwald : Highlevel Zero ist nicht aus einem klassischen Businessplan entstanden. Die Idee kam eher aus
einer Beobachtung: Genuss verändert sich gerade massiv, aber die Bildsprache rund um
alkoholfrei hing oft noch irgendwo zwischen Verzicht, Fitnessdrink oder Ersatzprodukt fest.
Durch meine Arbeit als Fotograf und Creative Director im Food- und Beverage-Bereich habe ich
über viele Jahre erlebt, wie stark Rituale, Ästhetik und Atmosphäre unseren Blick auf Genuss
prägen. Gleichzeitig wurde Alkohol dabei fast immer automatisch mitgedacht. Irgendwann wurde
für mich klar, dass es dafür eine neue Sprache braucht. Weniger belehrend, weniger klischeehaft
und deutlich kultureller gedacht.
Genau daraus ist Highlevel Zero entstanden.
Kannst Du/Ihr bitte kurz erzählen, was Dein/Euer Unternehmen / Startup
ausmacht?
Oliver Schwarzwald :
Highlevel Zero bewegt sich zwischen Produktmarke, Magazin und kultureller Plattform.
Wir entwickeln alkoholfreie Getränke auf Verjus-Basis und beschäftigen uns gleichzeitig mit
Themen wie Pairings, Kulinarik, Design, Sport und moderner Trinkkultur. Uns interessiert weniger
das reine „0.0 %“, sondern vielmehr die Frage, wie Genuss heute aussehen kann.
Mit Sparkling Pink wollten wir deshalb bewusst kein klassisches Ersatzprodukt entwickeln, sondern
etwas Eigenständiges.
Beschreibt die größten Hürden auf dem Weg zur Gründung?
Oliver Schwarzwald :
Die größte Herausforderung war wahrscheinlich genau dieser Zwischenbereich, in dem wir uns
bewegen.
Für klassische Getränkewelten oft zu editorial gedacht, für klassische Medien wiederum schon zu
sehr Marke. Gleichzeitig ist Sichtbarkeit heute generell schwieriger geworden. Man konkurriert
permanent mit Content, Algorithmen und sehr schnellen Trends.
Dazu kommt, dass alkoholfrei zwar wächst, viele Kategorien aber trotzdem noch stark in bekannten
Mustern funktionieren. Wir wollten nie einfach nur bestehende Produkte kopieren.
Welche Person hat Dich/Euch bei der Gründung besonders unterstützt?
Oliver Schwarzwald :
Es gab nicht die eine einzelne Person, sondern eher ein Umfeld aus Menschen, die früh an die Idee
geglaubt haben und ihre jeweiligen Stärken eingebracht haben.
Vor allem im kreativen und gestalterischen Bereich haben uns Menschen unterstützt, die ein gutes
Gespür für Markenwirkung, Bildsprache und Atmosphäre haben. Gleichzeitig gab es auch viel
ehrliches Feedback und Unterstützung aus Gastronomie, Food-Kultur und dem kreativen Umfeld.
Gerade in der frühen Phase sind solche Menschen extrem wichtig, weil sie helfen, Ideen
realistischer und klarer weiterzuentwickeln.
Wie wichtig sind „richtige Kontakte“, ein großes Netz an Kontakten für
den Einstieg/Start?
Oliver Schwarzwald :
Kontakte helfen natürlich, vor allem Vertrauen und Glaubwürdigkeit. Aber wichtiger ist
wahrscheinlich eine klare Haltung und eine erkennbare eigene Sprache.
Gerade heute merken Menschen sehr schnell, ob etwas nur einem Trend folgt oder ob wirklich eine
eigene Perspektive dahintersteht. Netzwerke können Türen öffnen, aber am Ende muss die Idee
trotzdem eigenständig funktionieren.
Warum hast Du/Ihr nicht einen der üblichen Hype-Standorte wie Berlin
oder Hamburg gewählt?
Oliver Schwarzwald :
Der Standort war für uns nie der entscheidende Faktor.
Highlevel Zero ist nicht aus einer klassischen Startup- oder Szene-Dynamik entstanden, sondern
eher aus einer Mischung aus Food-Kultur, Gestaltung, Bewegung und persönlicher Erfahrung.
Vieles entwickelt sich heute ohnehin digitaler und fragmentierter als noch vor einigen Jahren.
Wie hast Du/Ihr es zu Beginn geschafft, in ‘alle Munde’ zu kommen,
bekannt zu werden, zu positionieren?
Oliver Schwarzwald :
Wahrscheinlich gerade dadurch, dass wir alkoholfrei anders erzählt haben.
Nicht über Verzicht oder moralische Botschaften, sondern über Ästhetik, Geschmack, Bildsprache
und kulturelle Themen. Dazu kam sicher auch meine fotografische Arbeit und der visuelle Anspruch
hinter der Marke.
Wir haben früh angefangen, alkoholfreie Drinks mit Kulinarik, Sport, Design und Editorial-Kultur zu
verbinden. Das war damals noch deutlich ungewöhnlicher als heute.
Wie werden neue User auf Dein/Euer Produkt/Dienstleistung
aufmerksam?
Oliver Schwarzwald :
Viel passiert über Social Media, Editorial-Content, Empfehlungen und Kooperationen. Gleichzeitig
aber auch klassisch über Restaurants, Events oder persönliche Empfehlungen.
Wir merken generell, dass viele Menschen gerade aktiv nach neuen Formen von Genuss suchen,
die besser zu ihrem Alltag und Lebensgefühl passen.
Was ist neu an dem was Du/Ihr tust?
Oliver Schwarzwald :
Wir versuchen nicht einfach nur Alkohol wegzulassen.
Uns interessiert eher, wie eine neue Kultur rund um Genuss, soziale Rituale und Geschmack
aussehen kann, ohne dass dabei das Gefühl entsteht, auf etwas verzichten zu müssen.
Außerdem denken wir Produkte nie isoliert, sondern immer im Zusammenspiel mit Bildsprache,
Atmosphäre, Food und kulturellem Kontext.
Wie sehen die nächsten Meilensteine aus?
Oliver Schwarzwald :
Die nächsten Schritte sind vor allem der weitere Ausbau von Highlevel Zero als Marke und
Plattform.
Dazu gehören neue Produkte, stärkere Distribution, Kooperationen mit Gastronomie und Handel
sowie mehr Video- und Editorial-Formate. Gleichzeitig wollen wir das Thema alkoholfreie Kultur
noch stärker mit Bereichen wie Design, Sport und Kulinarik verbinden.
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