LOFINDO – Startup / Unternehmen News; IM GESPRÄCH MIT DEM GRÜNDER / GESCHÄFTSFÜHRER THOMAS ECKEL von MURNAUER KAFFEERÖSTEREI©

Wir haben  an Dich  kurz ein paar Fragen rund um  dein Unternehmen? und deine Erfahrungen als Unternehmen / Startup-Gründer.

Wie sind die Idee und das Konzept für das Startup entstanden? oder Kannst Du bitte kurz erzählen was euer Unternehmen ausmacht?

Thomas Eckel:

2008 haben wir die Murnauer Kaffeerösterei gegründet, von Beginn an ist sie ein bio-zertifiziertes Unternehmen. Aus Überzeugung erhalten Kunden bei uns ausschließlich umweltverträglich angebaute Kaffees. Eine Reihe unserer Kaffees sind zudem bio-zertifiziert und mit dem EU-Biosiegel gekennzeichnet. Manchmal werden wir gefragt, warum nicht alle unsere Kaffees ein Bio-Siegel haben. Der Grund dafür ist, dass v.a. für kleinere Kaffeefarmen die laufenden Kosten, die eine Zertifizierung mit sich bringt, schlichtweg zu teuer ist, obwohl sie nachhaltigen Anbau betreiben. Diese Farmen möchten wir unterstützen durch unser Handelsmodel Direct Trade, in dem wir langjährige und vertrauensvolle Partnerschaften aufbauen.

LOFINDO : Die größten Hürden auf dem Weg zur Gründung waren? oder Welche Person hat dich/euch bei der Gründung besonders unterstützt?

Thomas Eckel:

Anfangs habe ich an allen Fronten gearbeitet. Ich weiß noch gut, wie ich damals jeden Morgen um 5 Uhr selbst am Röster stand. Der Kaffee musste natürlich auch verpackt und versandt werden, dann war da noch der Außendienst, und hinter der Theke stand ich auch jeden Tag.  Dass es überhaupt eine Theke mit Ausschank gab, war übrigens nicht geplant. Es gab eine Lagerhalle und einen Platz, um Kaffee zu verkosten, mehr nicht. Dann kam da eine Gruppe, die freitags ihren Stammtisch unbedingt in der Lagerhalle abhalten wollte. Nicht mal einen Tisch hatten wir, den haben sich die Leute kurzerhand selbst mitgebracht. So hat sich alles Stück um Stück ergänzt zu einem Kaffeehaus mit ganz eigenem Charme. Hinter all dem steht heute ein Team aus rund 20 Mitarbeitern, zu der auch ein großer Teil meiner Familie zählt, die mich immer unterstützt hat.

LOFINDO : Wie wichtig waren „richtige Kontakte“, ein großes Netz an Kontakten für den Einstieg/Start?

Thomas Eckel:

Ich wollte von Anfang an reine Plantagenkaffees anbieten, also keine Mischungen mit anderen Kaffees. Der Weg dahin war ein wenig holprig. Ich stieß auf Unverständnis, weil Kaffeemischungen zu dieser Zeit noch Standard waren. Ich wollte denen, die mein Produkt kaufen, zeigen, dass wirklich guter Kaffee sich von Jahr zu Jahr ändern kann, woher der Kaffee genau kommt und etwas von seiner Geschichte teilen. Mit einem Anruf änderte sich die ganze Situation. Mir wurde eine Jurystelle beim Cup of Excellence angeboten, dem wichtigsten Kaffeegipfel überhaupt, der die besten Spitzenkaffees eines Kaffeelandes kürt. Damit bekam ich dann Zugang zu den Kaffeebauern direkt. Ich glaube, wir können sagen, wir waren die Vorreiter, um Plantagenkaffee, der v.a. fair gehandelt wird, in Deutschland einzuführen. Das was man heute als Direct Trade kennt.

LOFINDO : Wie habt ihr es zu Beginn geschafft, in aller Munde zu kommen, bekannt zu werden, euch zu positionieren?

Thomas Eckel:

Ich denke, es ist die Leidenschaft für Kaffee, die uns dahin gebracht hat, wo wir heute stehen. Wer mich heute kennt, würde nicht vermuten, dass ich früher nur Tee getrunken habe. Das änderte sich, als ich einem alten Mann auf Hawaii vor rund 20 Jahren über den Weg lief. Er war ein Kaffeefarmer und führte mich mit einer solchen Leidenschaft durch seine Plantage, dass mich das sofort fasziniert hat. Ich entdeckte, dass Kaffee nicht gleichbedeutend war mit der bitteren, wässrigen Brühe, die ich bis dahin für solchen gehalten hatte. Danach war ich dem Kaffeefieber verfallen, und seither brennt das Feuer in den Kaffeeherzen unseres Teams. Wir stehen für Qualität und Fairness gegenüber den Herstellern. 2015 wurde unser Einsatz honoriert mit dem Bayerischen Mittelstandspreis.

LOFINDO : Wie werden neue User auf dein Produkt/Dienstleistung aufmerksam?

Thomas Eckel:

Die Menschen sind stark online unterwegs, weshalb wir uns dort natürlich präsentieren. Wir wollen Kaffeeherzen gewinnen mit hochwertigem Spitzenkaffee und mit Wissenswertem rund ums Thema Kaffee in unserem Blog und in unserem eigenen Magazin, die Kaffeelust, die es auch online zum Durchblättern gibt. Von einem kleinen informativen Handzettel hat sie sich entwickelt zu einem der auflagestärksten Kaffeemagazine in ganz Deutschland.

LOFINDO : Was ist neu an dem was Du tust?

Thomas Eckel:

Unser Anspruch ist, nachhaltig produzierten Kaffee nachhaltig zu verkaufen. Wir verfolgen seit Beginn an dem Handelsmodell Direct Trade, bei dem wir Kaffee direkt von Plantagen beziehen ohne Umwege, sodass wir direkten Einfluss haben auf einen guten Preis. Dabei bauen wir vertrauensvolle und langfristige Partnerschaften auf, die den Herstellern wirtschaftliche Stabilität ermöglicht, um nicht von Saison zu Saison sich den Kopf zerbrechen zu müssen, wie es weitergeht. In diesen Partnerschaften wollen wir mit den Herstellern daran arbeiten, die Qualität zu verbessern und neue Wege zu gehen. Ein Beispiel ist unsere Partner-Finca Satinaki, von der wir unseren Pacha Mama Kaffee beziehen.

Wir holen die Qualitätsmanagerin zu uns nach Deutschland zum Wissensaustausch, und dort haben wir in den letzten Jahren das Cascara-Projekt auf die Beine gestellt. Dabei wird das Fruchtfleisch, das von den Kaffeebohnen gelöst wird, zu hochwertigem Tee verarbeitet. Damit ist eine zusätzliche Einkommensquelle für die Bauern generiert und ein neues hochwertiges Produkt geschaffen.

LOFINDO : Wie sehen die nächsten Meilensteine aus?

Thomas Eckel:

In der Zukunft dreht sich einiges um ein Kaffee-Projekt zur Klimaneutralität.

Wir haben den ersten Stein zum „PGS+“ ins Rollen gebracht und freuen uns, dass die IFOAM die Idee mit einem ersten Projekt in Peru umsetzt.

 

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